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Armaturen

Freistehende Wannenarmatur: Planung und Anschluss

Freistehende Wannenarmatur aus Edelstahl neben einer freistehenden Badewanne
  • Ratgeber · Armaturen
  • Lesezeit: ca. 7 Min.
  • Aktualisiert: Oktober 2026

Eine freistehende Wannenarmatur ist das passende Gegenstück zur freistehenden Badewanne. Sie wächst aus dem Boden, braucht keine Wand und setzt einen starken Akzent im Bad. Damit das klappt, muss sie früh geplant werden, denn die Anschlüsse liegen im Fußboden und müssen vor dem Estrich gesetzt sein. Hier erfährst du, worauf es bei Planung, Position und Ausstattung ankommt.

Auf einen Blick
  • Bodenanschluss: Die Armatur wird über ein Unterputz-Bodenmontageset mit Warm- und Kaltwasser aus dem Boden versorgt.
  • Timing: Das Montageset muss vor dem Estrich gesetzt und dicht angeschlossen werden.
  • Position: Abstand zur Wanne und Auslaufhöhe richten sich nach Wannenrand und Ausladung des Auslaufs.
  • Fachbetrieb: Leitungen, Abdichtung und Druckprüfung gehören in die Hände eines Installateurs.

Wie wird eine freistehende Wannenarmatur angeschlossen?

Eine freistehende Wannenarmatur, auch Standarmatur genannt, steht auf einem Standrohr direkt neben der Wanne. Die Wasserversorgung kommt nicht aus der Wand, sondern von unten. Dafür wird ein Unterputz-Bodenmontageset in den Fußboden eingebaut. Es besteht aus einem Grundkörper mit Anschlüssen für Warm- und Kaltwasser, der auf dem Rohboden befestigt und später einbetoniert oder im Estrich eingebettet wird.

Die meisten Hersteller bieten das Montageset passend zur Armaturenserie an. Prüfe daher vor dem Kauf, welches Set zur gewünschten Armatur gehört, und bestelle beides rechtzeitig. Vorgelagerte Absperrmöglichkeiten, etwa über ein Unterputzventil, erleichtern spätere Wartungsarbeiten.

Abstand zur Wanne und Auslaufhöhe

Die Position der Armatur entscheidet über Funktion und Optik. Der Auslauf muss so über die Wanne ragen, dass das Wasser sicher in die Wanne fließt und nicht auf den Rand oder den Boden spritzt. Maßgeblich sind drei Werte:

  • Ausladung: Wie weit der Auslauf vom Standrohr nach vorn reicht. Je größer die Ausladung, desto weiter darf die Armatur von der Wanne entfernt stehen.
  • Auslaufhöhe: Der Auslauf muss deutlich über dem Wannenrand liegen. Bei hohen, freistehenden Wannen ist das besonders wichtig.
  • Wannenform: Bei geschwungenen Wannen verändert sich der Abstand zum Rand je nach Position. Lege die Armatur dort an, wo der Rand gut erreichbar ist, meist an der Seite oder am Fußende.

Die genauen Maße findest du im Datenblatt der Armatur. Lege die Position deshalb erst fest, wenn Wanne und Armatur ausgewählt sind, und markiere sie maßstabsgerecht im Grundriss. Denke auch an den Ablauf der Wanne, der bei freistehenden Badewannen ebenfalls im Boden liegt.

Steht die Wanne nicht frei, sondern ist eingebaut, kann eine Armatur direkt auf dem Wannenrand die einfachere Lösung sein. Welche Varianten es dafür gibt, erklärt der Ratgeber Wannenfüll- und Brausegarnitur.

Ausstattung: mit oder ohne Handbrause, Thermostat oder Einhebel

Die meisten Standarmaturen gibt es mit und ohne Handbrause. Eine Handbrause ist praktisch zum Haarewaschen und zum Ausspülen der Wanne. Sie braucht eine Halterung an der Armatur und einen Umsteller zwischen Auslauf und Brause. Weil eine Handbrause in das Badewasser eintauchen kann, sind Sicherungseinrichtungen wie Rückflussverhinderer zum Schutz des Trinkwassers nach DIN EN 1717 wichtig. Hochwertige Armaturen haben diese bereits integriert.

Merkmal Einhebelmischer Thermostat
Bedienung Ein Hebel für Menge und Temperatur Getrennte Griffe für Temperatur und Menge
Temperatur Bei jedem Öffnen neu einstellen Bleibt auch bei Druckschwankungen konstant
Verbrühschutz Je nach Modell Meist mit Sicherheitssperre bei 38 °C
Optik Schlank und reduziert Oft etwas voluminöser
Preis Meist günstiger Meist höher

Ausführlich verglichen haben wir beide Systeme im Ratgeber Thermostat oder Mischbatterie.

Statik und Bodenaufbau

Eine freistehende Badewanne bringt gefüllt und mit einer Person schnell mehrere hundert Kilogramm auf eine kleine Fläche. Besonders bei schweren Mineralgusswannen und in Altbauten mit Holzbalkendecken sollte die Tragfähigkeit vorher geprüft werden. Im Zweifel hilft ein Statiker. Welche Wannenmaterialien wie viel wiegen, erklärt der Ratgeber Badewanne kaufen: Acryl, Stahl-Email oder Mineralguss.

Auch der Bodenaufbau muss passen: Bodenmontageset, Wannenablauf mit Siphon und Leitungen brauchen ausreichend Höhe im Estrich. Plane diese Aufbauhöhe frühzeitig mit dem Estrichleger und dem Installateur ab.

Planung Schritt für Schritt

  1. Wanne und Armatur auswählen

    Wähle zuerst Wanne und Armatur aus und besorge die Datenblätter mit Maßen, Ausladung und Auslaufhöhe.

  2. Position festlegen

    Zeichne Wanne, Armatur und Wannenablauf maßstabsgerecht in den Grundriss ein und plane genug Bewegungsfläche rundherum.

  3. Statik und Aufbauhöhe prüfen

    Kläre die Tragfähigkeit des Bodens und ob genug Höhe für Montageset, Leitungen und Ablauf vorhanden ist.

  4. Bodenmontageset einbauen

    Der Installateur setzt das Set auf dem Rohboden, schließt Warm- und Kaltwasser an und führt die Druckprüfung durch.

  5. Estrich und Abdichtung

    Nach dem Estrich wird die Abdichtung mit Dichtmanschetten an den Durchführungen hergestellt, dann folgt der Bodenbelag.

  6. Armatur montieren

    Zum Schluss wird die Standarmatur auf das Montageset gesetzt, ausgerichtet und auf Dichtheit geprüft.

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Häufige Fragen

Kann man eine freistehende Wannenarmatur nachrüsten?

Nur mit Aufwand, weil die Anschlüsse im Boden liegen. In der Regel muss der Estrich geöffnet werden. Eine Alternative ist eine Wandarmatur, wenn die Wanne nahe an einer Wand steht.

Was ist ein Unterputz-Bodenmontageset?

Ein Grundkörper, der vor dem Estrich auf dem Rohboden befestigt und an Warm- und Kaltwasser angeschlossen wird. Darauf wird später die freistehende Armatur montiert.

Wie weit sollte die Armatur von der Wanne entfernt stehen?

Das hängt von der Ausladung des Auslaufs und der Wannenform ab. Der Auslauf muss sicher über den Wannenrand reichen. Die genauen Maße stehen im Datenblatt der Armatur.

Thermostat oder Einhebelmischer für die Standarmatur?

Ein Thermostat hält die Temperatur konstant und bietet meist einen Verbrühschutz. Ein Einhebelmischer ist schlanker und günstiger. Beide Varianten gibt es für freistehende Wannen.

Fazit

Eine freistehende Wannenarmatur macht die freistehende Badewanne komplett, verlangt aber eine frühe und genaue Planung. Wähle Wanne und Armatur zuerst aus, lege die Position anhand der Datenblätter fest und lass das Bodenmontageset vor dem Estrich vom Fachbetrieb setzen. Prüfe außerdem Statik und Aufbauhöhe. Dann steht einem entspannten Bad mit Designanspruch nichts im Weg.

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Hinweis: Dieser Ratgeber ersetzt keine fachliche Beratung vor Ort. Maße und Montagevorgaben richten sich nach den Herstellerangaben. Arbeiten an Wasserleitungen, Abwasser und Abdichtung sollten von einem Fachbetrieb ausgeführt werden.

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